CDU

Erste Anklagen in der Wulff-Affäre

Ex-Sprecher und Partyveranstalter sollen wegen Korruption vor Gericht

In der Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff stehen die ersten Anklagen bevor. Wulffs früherer Sprecher Olaf Glaeseker und der Partyveranstalter Manfred Schmidt müssten sich wegen mutmaßlicher Korruption vor Gericht verantworten, berichtete die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Justizkreise.

Glaeseker habe sich nach Erkenntnissen der Ermittler zu 18 Freiflügen und 17 kostenlosen Urlaubsaufenthalten in Schmidts Ferienhäusern in Spanien und Frankreich einladen lassen. Im Gegenzug solle Glaeseker dem Partymacher geholfen haben, Sponsoren für dessen Veranstaltungsreihe „Nord-Süd-Dialog“ zu finden. Der ehemalige Wulff-Sprecher bestreitet den Vorwurf.

Wulff war nach Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen vor gut einem Jahr wegen des Verdachts der Vorteilsnahme von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten. Gründe waren unter anderem auch Vorwürfe im Zusammenhang mit Urlauben, für die der Berliner Filmproduzent David Groenewold die Hotelrechnungen bezahlt haben soll. Laut „Spiegel“ räumte Groenewold ein, 2008 für Wulff 400 Euro Hotelkosten anlässlich eines Besuchs des Oktoberfests übernommen zu haben. Laut seiner Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft habe er sich damals beim Check-out zunächst eine Informationsrechnung vorlegen lassen. Dabei sei er von der Höhe überrascht gewesen. Da er Wulff vor der Reise einen niedrigeren Preis genannt habe, sei ihm dies „unangenehm“ gewesen. Deshalb habe er die Differenz heimlich übernommen. Der Staatsanwaltschaft dürfte es laut „Spiegel“ schwerfallen, seine Version zu widerlegen. Denn wenn Wulff gar nicht gewusst habe, dass ihm ein Vorteil gewährt worden sei, könne er davon auch nicht beeinflusst worden sein.