Wahlen

Nichts geht mehr in Italien

Drohende Blockade nach der Wahl. Aktienkurse stürzen weltweit ab

Italien steht nach der Schicksalswahl vor einer wochenlangen Hängepartie bei der Regierungsbildung mit unabsehbaren Folgen für den Euro. Da keines der politischen Lager in beiden Parlamentskammern eine ausreichende Mehrheit hat und sich mehrere Bündnisse blockieren, wächst in ganz Europa die Sorge vor einer Unregierbarkeit des Krisenlandes und einem Wiederaufflammen der Euro-Staatsschuldenkrise.

Schon wird über baldige Neuwahlen spekuliert oder ein Übergangskabinett auf Zeit. Die EU machte indes deutlich, dass sie rasch eine stabile Regierung in Rom erwartet. Angesichts der unklaren Lage in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone stürzten die Aktienkurse am Dienstag weltweit in den Keller. Im Abgeordnetenhaus und im umkämpften Senat rettete das Mitte-links-Lager von Pier Luigi Bersani einen knappen Vorsprung vor dem konservativen Bündnis von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Doch im Senat können Berlusconi und die überraschend starke Anti-Establishment-Bewegung des Komikers Beppe Grillo Gesetzesvorhaben anderer Lager abblocken. Auch eine Koalition Bersanis mit dem bisherigen Regierungschef Mario Monti reicht nicht zum Regieren aus. Rom blickt nun auf Staatspräsident Giorgio Napolitano, der eine Lösung finden muss.