Schweiz

Das einsame Ende von M13

Schweizer Bär kannte keine Scheu. Drang in Häuser ein, fraß Speicher leer. Nun wurde er erlegt

Bis zu „Bruno“ hat er es nicht gebracht. Er blieb ein Bär, der nur einen Codenamen hat: M13. Nun ist er tot. Aus Norditalien war der „Risikobär“ in die Schweiz eingewandert. Wie so viele andere, die das tun, suchte er dort wohl sein Glück. Und vielleicht Ruhe vor Strafverfolgung irgendeiner Art – wer weiß das schon so genau? Fakt ist: Im schönen Puschlav-Tal fand dieser Traum am frühen Dienstagmorgen sein Ende. M13 wurde von den Schweizer Behörden des Ferienkantons Graubünden, in dem auch der Nobelskiort St. Moritz liegt, erschossen.

Manch anderer Bär brachte es bis zur Ikone. Knut zum Beispiel. Mancher wurde fast eine Art politisches Benchmark. Wie Bruno eben. Er war „Der Problembär“ – aber mit echtem Namen. Er war paradigmatisch. Er taugte zur politischen Kategorie. Er wanderte durch Bayern, als wäre das alles sein Land. Wie Edmund Stoiber eben. Der wurde so genannt: „Problembär.“ Und sein Nachfolger Horst Seehofer auch. Tierschützer üben nun scharfe Kritik an den Schweizer Behörden. Aber M13 war eben ein Risiko. Er hat eine Glastür zertrümmert, im Puschlav-Tal. Er ist in Wohngebiete eingedrungen. Das tat „Bruno“ nicht. Und Edmund Stoiber auch nicht. Das ist wohl der Unterschied zwischen einem Problem und einem Risiko. Mit einem Problem könnte man leben. Aber „Bruno“ musste am Ende ja auch gehen. Gut, dass es wenigsten Horst Seehofer noch gibt.