Justiz

Bahn verklagt Bombardier auf Schadenersatz

Zwischen der Deutsche Bahn und dem in Berlin ansässigen Fahrzeughersteller Bombardier bahnt sich ein weiterer Rechtsstreit an.

Der Bahnkonzern macht den Lieferanten eines Großteils der Züge für die Berliner S-Bahn mitverantwortlich für die Dauerkrise im hauptstädtischen Nahverkehr – und fordert von Bombardier einen finanziellen Ausgleich. Die Rede ist von Schadenersatzforderungen in Höhe eines „hohen dreistelligen Millionenbetrags“. Nach Informationen der Berliner Morgenpost prüft der Bahnkonzern derzeit Schritte, die in einer Schadenersatzklage münden könnten.

Bereits in zwei anderen Fällen geht die Bahn gerichtlich gegen den Hersteller vor, der nach eigenen Angaben einen Anteil von 40 Prozent am deutschen Schienenfahrzeugmarkt hat. So ist am Berliner Landgericht eine Klage gegen Bombardier anhängig, bei der es um Technikprobleme an Regionalzügen geht, die seit Ende der 90er-Jahre vor allem in Süddeutschland im Einsatz sind. Weil es immer wieder Probleme mit der Neigetechnik gab und Achsen ausgetauscht werden mussten, fordert die Bahn Schadenersatz in Höhe von 160 Millionen Euro. Eine weitere Klage droht Bombardier, weil sich die Auslieferung von fast 300 bestellten Talent-2-Zügen an verschiedene Bahn-Töchter teilweise erheblich verzögert hat.