Doktortitel aberkannt

Plagiatsaffäre: Merkel spricht Schavan „volles Vertrauen“ aus

Nach Aberkennung ihres Doktortitels ist die politische Zukunft von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) offen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe „volles Vertrauen“ in Schavan, versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Zugleich vermied er ein ausdrückliches Bekenntnis zum Verbleib Schavans im Amt. Seibert sagte, nach der für Freitagabend erwarteten Rückkehr der Bildungsministerin von ihrer Reise werde „Gelegenheit sein, in Ruhe miteinander zu reden“.

Schavan sagte in Johannesburg vor Journalisten nur: „Die Entscheidung der Universität Düsseldorf werde ich nicht akzeptieren und dagegen Klage einreichen.“ Die Opposition forderte Schavans Rücktritt. „Geschummelt ist geschummelt“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte: „Bei allem Verständnis für die menschliche Härte dieser Entscheidung: Eine Wissenschaftsministerin, die wegen systematischer und vorsätzlicher Täuschung des Plagiats überführt wird und der daraufhin ihre Promotion aberkannt wird, ist nicht mehr tragbar.“

In der Hochschullandschaft wird Kritik an der Universität Düsseldorf laut. Der Präsident der Universität Ulm, Karl Joachim Ebeling, kritisierte das Plagiatsverfahren als „Armutszeugnis für die Düsseldorfer Fakultät“. „Wenn Frau Schavan in ihrer Doktorarbeit schluderig zitiert haben soll, wundert es mich schon, dass dieses in den ursprünglichen Gutachten zur Promotion vor mehr als 30 Jahren nicht moniert wurde“, erklärte er.