Stadtplanung

38.000 neue Wohnungen für Berlin

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Sabine Gundlach

25 verschiedene Projekte bis 2025 geplant. Senator Müller: Tempelhofer Feld muss bebaut werden

In Berlin können in den kommenden Jahren etwa 38.000 Wohnungen neu entstehen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hat am Freitag von 25 Projekten gesprochen, die kurz- und mittelfristig (bis 2025) realisiert werden könnten. Größtes Einzelprojekt ist die Randbebauung des Tempelhofer Feldes. Auch in Spandau, Lichterfelde und Buch sollen in großem Umfang neue Wohnungen gebaut werden. Experten halten die 38.000 neuen Wohnungen allerdings für nicht ausreichend. „Wir brauchen angesichts der Bevölkerungsprognosen für 2030 mindestens 150.000 zusätzliche neue Wohnungen in Berlin“, sagte David Eberhart, Sprecher des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmer. Berlins Bevölkerung wächst Prognosen zufolge bis 2030 von derzeit rund 3,5 auf 3,7 Millionen.

Deshalb hält Müller an der geplanten Randbebauung des ehemaligen Flughafenareals in Tempelhof fest. „Es muss möglich sein, dass auch diese Flächen bebaut werden können“, sagte er. Bislang plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Rande des Tempelhofer Felds 4700 Wohnungen in teilweise siebengeschossiger Bauweise. „Wir brauchen solche Flächen für neue und bezahlbare Wohnungen“, sagte Müller. Eine Bürgerinitiative will die Bebauung verhindern.

Auch bei den Wohnungsbaugesellschaften sind Neubauten geplant. So setzt Berlins größtes Unternehmen, die Degewo, voraussichtlich im März den ersten Spatenstich für das Projekt „Mariengrün“. Etwa 50 neue Wohnungen sollen in Marienfelde entstehen. Etwa 200 neue Wohnungen sind in den kommenden fünf Jahren in Gropiusstadt geplant. Auch die Gesobau plant in den nächsten fünf Jahren 850 Wohnungen für eine Nettokaltmiete von unter zehn Euro je Quadratmeter.

Um bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte möglich zu machen, will der Senat von 2014 an einen Wohnungsbaufonds einrichten. Müller zufolge soll er anfangs mit mindestens 32 Millionen Euro vom Bund ausgestattet sein. Der Fonds soll zinslose Darlehen vergeben und den Bau von jährlich 1000 Wohnungen fördern.

Auch das geplante Zweckentfremdungsverbotsgesetz soll helfen, Wohnraum in den einzelnen Stadtteilen zu erhalten. Verhindert werden soll, dass Wohnungen in Ferienwohnungen umgewandelt werden und dass Gebäude leer stehen oder gar abgerissen werden, weil der Eigentümer mit Haus und Grundstück spekuliert. In Berlin gibt es schätzungsweise 9000 bis 12.000 Ferienwohnungen.

Geplant ist für 2013 auch, dass die, die in begehrten Kiezen mit Milieuschutz Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln wollen, dafür eine Genehmigung brauchen. Der Senat hofft, so Mieter mit weniger Geld vor Verdrängung zu schützen. Zurzeit gibt es in den Bezirken 18 Gegenden mit Milieuschutz – vor allem in Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. In Großsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus soll die Miete darüber hinaus bis 2017 begrenzt werden: auf 5,50 bis 5,70 Euro pro Quadratmeter im Monat. Diese Maßnahme soll 39 Millionen Euro kosten.