Umzüge

Für den Job oder die Liebe

Die Deutschen ziehen immer öfter um – 34 Prozent für ihren Partner

2,6 Millionen Deutsche haben sich für das Jahr 2013 etwas vorgenommen: Sie wollen ihren Job wechseln. Und das bringt immer öfter auch einen Umzug mit sich. Jeder vierte Deutsche ist allein aus beruflichen Gründen schon mindestens einmal umgezogen, ergab eine Infas-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Je höher die Qualifikation, umso häufiger waren die Befragten bereit, für ihren Arbeitsplatz umzuziehen.

Unter den Deutschen mit Abitur oder Hochschulreife haben 40 Prozent schon einmal die Möbel gepackt. Jeder Dritte ist sogar schon dreimal oder noch häufiger wegen des Arbeitsplatzes umgezogen. Und fünf Prozent der Deutschen zog es aus beruflichen Gründen ins Ausland. Die Arbeitgeber müssen aber auch etwas bieten– und nicht unbedingt mehr Geld. Für über 60 Prozent der Befragten war der Grund für den Umzug eine unbefristete Stelle. Dagegen waren weniger als 25 Prozent bereit, wegen einer befristeten Stelle umzuziehen.

Auch wenn der Jobwechsel ein wichtiger Grund für den Umzug ist, der wichtigste Grund ist immer noch die Liebe. „Zusammenziehen mit dem Partner“ steht mit 34Prozent deutlich an der Spitze der deutschen Umzugs-Hitparade.

Dann erst kommt der Jobwechsel, dicht gefolgt vom großen Traum der Deutschen: „Einzug in die eigene Immobilie“. Deshalb haben Städte mit weniger als 30.000Einwohnern auch eine höhere Umzugsquote innerhalb des Ortes, weil hier noch Neubaugebiete ausgewiesen werden, im Gegensatz zu großen Städten.

Dass eine Immobile aber immobil macht, müssen jetzt die Amerikaner erkennen. In den USA zogen noch in den 80er-Jahren 20 Prozent der Bevölkerung pro Jahr um. Doch in der Krise lassen sich Immobilien nur schwer verkaufen, die Umzugsrate sank 2011 sogar auf 11,6 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1948. In Deutschland dagegen liegt diese Rate inzwischen bei 12,1 Prozent, ergab eine Studie der Website Umzug AG. Die Deutschen haben inzwischen die Amerikaner also abgehängt – jedenfalls bis sich die Häuserpreise in den USA wieder erholt haben.