Urteil

Straßburger Gericht gesteht el-Masri Entschädigung zu

Erstmals hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem Fall von Verschleppung durch die CIA geurteilt – und dem Opfer recht gegeben.

Die Richter werteten die Misshandlung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri in Mazedonien und seine Überstellung an den US-Geheimdienst CIA als Verstoß gegen das Folterverbot. Sie sprachen in ihrem Urteil am Donnerstag dem 49-jährigen Familienvater aus Neu-Ulm ein Schmerzensgeld von 60.000 Euro zu. El-Masri war Ende 2003 in Skopje in Mazedonien verhaftet worden. Die Mazedonier übergaben ihn nach wochenlangem Verhör der CIA, und der US-Geheimdienst brachte ihn nach Afghanistan, wo er über vier Monate im Gefängnis festgehalten wurde. Dabei wurde er wiederholt gefoltert. Die CIA verdächtigte el-Masri, Verbindungen zu Terrornetzwerken zu haben. Im Mai 2004 brachten die Amerikaner ihn wieder nach Europa und ließen ihn in Albanien frei. Der EGMR erkannte die wichtigsten Klagepunkte el-Masris an.