Technikschrott

Volkssport Handys horten

Es gibt Dinge, von denen können viele Menschen offenbar nicht genug haben.

Dieses Mal ist allerdings nicht die Rede von Handtaschen oder Schuhen. Es geht um Mobiltelefone. Die Deutschen horten immer mehr alte Handys. 85,5 Millionen alte „Knochen“ mit großen Akkus, ausziehbaren Antennen, Klappdisplays und sonstige Konstruktionen liegen noch in Schubladen und Schränken. Die Frage ist nur: Warum? Sicher sorgen viele vor, falls das aktuelle Gerät den Geist aufgibt. Dann hätte man ein Ersatzgerät griffbereit. Aber: Wie oft wird das der Fall sein?

Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass die Deutschen nicht wissen, wohin mit den alten Geräten. Denn im vergangenen Jahr waren es noch 83 Millionen, im Jahr 2010 noch 72 Millionen Geräte, die gehortet wurden, berichtet der Branchenverband Bitkom. Es werden also immer mehr Handys eingelagert. „Die Verbraucher sollten ihre Althandys recht bald zurückgeben“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Rund 80 Prozent der in den Geräten enthaltenen wertvollen Rohstoffe könnten wiederverwertet werden. Darunter seien auch Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Das scheinen viele Menschen nicht zu wissen.

In Berlin müssen kleine Elektrogeräte und Datenträger ab Januar wieder auf einem Recyclinghof entsorgt werden. Dafür wird das sonstige Müllrecycling einfacher: Viele wiederverwertbare Verpackungen und Abfälle können dann in eine Tonne wandern. Aus den bisher gelben und orangefarbenen Tonnen soll eine Wertstofftonne werden. Mit diesem Kompromiss haben die Berliner Stadtreinigung und der private Entsorger Alba ihren Streit beendet, wer welchen Müll einsammeln und verwerten darf. Wie die neue Tonne aussieht, wer den Müll abholt und wo die gesammelten Wertstoffe sortiert werden, wollen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die beiden Unternehmen am heutigen Montag vorstellen.