Preiserhöhung

Vattenfall soll Frist versäumt haben

Verbraucherschützer kritisieren, dass Kunden nicht rechtzeitig über Preise informiert wurden

Der Stromanbieter Vattenfall hat zahlreiche Kunden in Berlin und Hamburg nicht rechtzeitig über seine für Dienstag, den 1. Januar 2013 geplante Preiserhöhung informiert. Das berichteten am Donnerstag die Verbraucherzentralen beider Bundesländer. Demzufolge hätten 2,35 Millionen Kunden in beiden Städten mindestens sechs Wochen zuvor, also bis Montag, den 19. November schriftlich über die Preissteigerung informiert werden müssen. Das sei nicht bei allen geschehen. Manche hätten erst nach Ablauf der Frist, andere noch gar keine Post erhalten, so eine Sprecherin der Berliner Verbraucherzentrale. Andere Kunden seien erst sehr spät am Montagabend per E-Mail informiert worden. Vattenfall vertritt dagegen die Auffassung, dass man sich an die vorgeschriebene Ankündigungsfrist und -form gehalten habe. Geregelt ist das in der Stromgrundversorgungsverordnung. So sei mittels „gekaufter Kommunikation“ in Zeitungsanzeigen am 19. November die Preiserhöhung angekündigt worden. An diesem Tag lief die Sechs-Wochen-Frist ab. Ein Vattenfall-Sprecher sagte, dass die Anzeigen als „öffentliche Bekanntgabe eine Wirksamkeitsvoraussetzung“ geschaffen hätten – die Preiserhöhung also gelten würde. Briefliche Mitteilungen dienten allein dem Zweck, eine zusätzliche Informationspflicht des Lieferanten zu erfüllen, erklärte der Sprecher. Sie seien am 19. November verschickt worden.