Weltklimagipfel

Kühlanlagen im Wüstensand

Der Weltklimagipfel startet in Katar. Dort, wo das Kohlendioxid herkommt

Weltweites Kopfschütteln hatte ja bereits die Entscheidung hervorgerufen, die Fußball-Weltmeisterschaft für das Jahr 2022 an den Wüstenstaat Katar zu vergeben. Man wird die Stadien gut kühlen müssen, um bei den glühenden Sommertemperaturen das Überleben von Spielern und Zuschauern zu gewährleisten. Nächste Woche startet in dem Emirat ein noch verwunderlicheres Event: der Weltklimagipfel in der Hauptstadt Doha.

Eigentlich werden die rund 20.000 Teilnehmer aus aller Welt einjetten, um ein Abkommen auszuhandeln für die gemeinsame Minderung des Ausstoßes von Kohlendioxid, das sie verdächtigen, die Erde aufzuheizen. Doch daraus wird nichts, darüber sind sich alle Beobachter einig. Und einer wird darüber am wenigsten traurig sein: der Gastgeber. Das Land wird den staunenden Politikern, Experten und Journalisten zwei Wochen lang vorführen, wie man ganz gut leben kann mit – und vor allem vom – Kohlendioxidausstoß. Der Öl- und Gasexportstaat pflegt selbst den höchsten Ausstoß pro Kopf, führt am meisten fossile Energieträger pro Kopf aus – und es ist das reichste Land der Welt. Scheich Hamad ibn Chalifa Al Thani hat nichts gegen erneuerbare Energien, sagt er. Aber er will weitermachen wie bisher. Am Ende des Jahres wird sich herausstellen, ob das Land sein Ziel erreicht hat, die höchste Gasförderquote der Welt zu erreichen. Vielleicht kann man ja auf der Abschlussveranstaltung des Klimagipfels den Erfolg verkünden, mit stolzer Brust.

Alles falsch scheint man jedenfalls nicht zu machen im Land: Die Strompreise befinden sich bei umgerechnet unter zwei Cent pro Kilowattstunde, also am gegenüberliegenden Ende der Tabelle, von Deutschland aus gesehen. Da wird man dem Besuch auch vorführen können, was nur recht und billig ist, wenn die Welt wärmer werden sollte: größere Klimaanlagen bauen. Die braucht Katar sowieso. Für die Fußball-WM.