Nahost-Konflikt

Israel weitet Luftangriffe auf Gaza aus

Mit der Ausweitung der israelischen Luftoffensive auf dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen droht der Nahost-Konflikt weiter zu eskalieren.

Bis Montag wurden mehr als 100 Tote gemeldet, darunter 50 Opfer aus der Zivilbevölkerung sowie rund 720 Verletzte.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bedauerte den Verlust von Menschenleben: „Natürlich hat Israel das Recht auf Selbstverteidigung, und die Angriffe auf Israel müssen aufhören.“ Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete Israel hingegen als „terroristischen Staat“. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich besorgt über die Entwicklung. Am Abend landete UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Ägypten, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) traf in Israel ein – beide wollen sich für ein Ende der Gewalt einsetzen. Auch der UN-Sicherheitsrat kam kurzfristig zu Beratungen zusammen. US-Präsident Barack Obama telefonierte mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi. Obama habe betont, dass die Hamas den Beschuss Israels toppen müsse, teilte das Weiße Haus mit.

Die Hamas und Israel hätten ihre jeweils eigenen Bedingungen für einen Waffenstillstand vorgelegt, hieß es aus Vermittlungskreisen. Beide Konfliktparteien würden jedoch Garantien verlangen, mit denen ein langfristiges Ende der Auseinandersetzungen erreicht werden solle. Der im Exil lebende Chef der radikal-islamischen Hamas, Khaled Maschaal, bekräftigte die Forderung nach einer Aufhebung der Blockade des Gazastreifens als Bedingung für eine Waffenruhe mit Israel. Ministerpräsident Netanjahu berief am Montagabend seine engsten Minister zu einer Dringlichkeitssitzung ein.

Die Gewalt ging unterdessen weiter. Die Extremistengruppe Islamischer Dschihad meldete den Tod eines ranghohen Anführers. Rames Harb sei bei einem Luftangriff auf ein Gebäude getötet worden, in dem örtliche und ausländische Medien untergebracht sind.