Verkehr

Gänse im Nebel – Notlandung auf der Avus

Zugvögel steuerten orientierungslos Autobahnen in der Region an

Scharenweise haben Wildgänse in dichtem Nebel rund um Berlin die Orientierung verloren – sie sind auf Autobahnen gelandet und überfahren worden. Etliche Vögel prallten auch gegen die Windschutzscheiben von Fahrzeugen. Die verwirrten Wildgänse hätten eine „Notlandung“ versucht, sagte der Präsident des brandenburgischen Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Freitag. Laut Polizei traf es die meisten Vögel auf der A10 bei Rangsdorf (Teltow-Fläming), aber auch die A9, A115, A24 und eine Bundesstraße wurden zur Todesfalle. Die Polizei meldete insgesamt sechs Verkehrsunfälle mit Gänsen, Menschen wurden nicht verletzt.

Laut Freude stehen Zugvögeln drei Möglichkeiten zur Verfügung, um sich zu orientieren: Sonne, Sterne und das Erdmagnetfeld. „In dieser nebligen Nacht haben alle Navigationssysteme versagt.“ Die Gänse hätten möglicherweise versucht, sich stattdessen an die Lichter der Autos zu halten. Schon am Vorabend sei zu hören gewesen, wie die Tiere versuchten, mit aufgeregtem Schnattern untereinander Kontakt zu halten.

Laut dem Ornithologen Tobias Dürr von der Vogelschutzwarte Buckow behindert dichter Nebel überdies die Flugtauglichkeit der Tiere. Die feine Feuchtigkeit mache die Federn schwer und zwinge die nachtaktiven Tiere, niedriger zu fliegen als sonst. Der Nebel müsse die Vögel überrascht haben. In der Regel mieden sie einen Flug bei solcher Witterung. Zum Glück sei ein großer Teil des Vogelzugs schon abgeschlossen. „Sonst hätte das noch viel mehr Tiere treffen können“, so Dürr. Neben Gänsen waren auch einzelne Kraniche unter den toten Vögeln.