Briefmarke

Schatz in der Flohmarktkiste

Briefmarkensammeln könnte wieder zum Trend werden.

Die jüngsten Nachrichten über den Dresdner Rentner Reinhold Hoffmann verleihen der verstaubten Leidenschaft jedenfalls neuen Glanz. Wie „Bild“ berichtet, kaufte Hoffmanns Freundin für 20 Euro auf dem Flohmarkt ein zwei Kilo schweres Briefmarkenpaket. Der ehemalige Landarbeiter kennt sich aus – und inspizierte die Marken. Bald sprang ihm eine US-amerikanische „One-Cent“-Marke von 1861 ins Auge. Hoffmann wurde ganz anders. Denn wenn sich seine Vermutung bestätigt, dann könnte es sich um eine Marke handeln, von der bisher weltweit nur zwei weitere Exemplare bekannt sind – und die rund 2,5 Millionen Euro wert ist.

Die Aufregung unter Briefmarkensammlern ist groß. Experte Klaus Finthe geht von einer 99-prozentigen Echtheitswahrscheinlichkeit aus. Die endgültige Bestätigung durch die Philatelic Foundation in New York steht aber noch aus. Deshalb rät Hans-Peter Bahr, Geschäftsführer des Briefmarken-Auktionshauses Edgar Mohrmann, zur Besonnenheit. „Ohne offizielle Expertise“, so Bahr, „ist jede angeblich teure Marke wertlos.“

Bis dahin kann Reinhold Hoffmann hoffen. Und der Blick auf andere zufällige Sensationsfunde auf Flohmärkten darf ihm Mut machen. Knapp zwei Monate ist es her, dass eine leidenschaftliche Flohmarktbesucherin aus dem US-Staat Virginia einen echten Renoir versteigern ließ, den sie für sieben Dollar in einer Kiste mit einer Puppe und einer Plastikkuh gekauft hatte.