Justiz

Auslieferung grundsätzlich möglich

Fall Jonny K.: Hauptverdächtiger könnte aus der Türkei überstellt werden

Im Fall der tödlichen Prügelattacke am Alexanderplatz hat die Türkei eine Auslieferung des Hauptverdächtigen grundsätzlich in Aussicht gestellt. Sollten die Voraussetzungen dafür erfüllt sein, werde sein Land den Mann ausliefern, sagte der türkische Justizminister Sadullah Ergin nach einem Treffen mit seiner deutschen Amtskollegin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Ankara. Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht.

Der 19-Jährige, den die Ermittler für die treibende Kraft der Gewaltorgie halten, hatte sich in die Türkei abgesetzt. Onur U. und fünf weiteren Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 14. Oktober den 20-jährigen Jonny K. an der Rathausstraße nahe des Alexanderplatzes ohne Anlass so brutal zusammengeschlagen und getreten zu haben, dass das Opfer einen Tag später im Krankenhaus an Gehirnblutungen starb. Zwei Tatverdächtige (19 und 21 Jahre alt) sitzen bereits in Berlin in Untersuchungshaft. Ein weiterer mutmaßlicher Täter wurde wieder auf freien Fuß gelassen, weil er nur den Begleiter von Jonny K. geschlagen haben soll. Nach drei Männern wird noch gefahndet – darunter der 19-jährige Onur U.

Im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses wurde unterdessen eine Studie diskutiert, die zeigt, dass in Berlin offenbar nicht genug getan wird, damit jugendliche Intensivtäter nach ihrer Entlassung nicht wieder straffällig werden. Rund 500 Intensivtäter sind demnach in Berlin registriert. 80 Prozent von ihnen sind Wiederholungstäter, die Rückfallquote liegt bei 50 Prozent.