Sicherheit

45.598 private Schusswaffen in Berlin

Die Hälfte davon gehört Sportschützen. Dunkelziffer kaum schätzbar

James-Bond-Legende Roger Moore hat Angst vor dem Schießen. Waffen abzufeuern sei für ihn bei den Dreharbeiten das Schwierigste gewesen, sagte der 85-Jährige jetzt. „Ich habe es gehasst.“ Doch was der eine nicht mag, ist für die anderen ein Hobby: So sind in Berlin derzeit 45.598 private Schusswaffen registriert – knapp die Hälfte davon (20.981) dieser Waffen wurden von den 5334 Sportschützen angemeldet. Das geht aus einer Antwort von Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenfraktion hervor. 12.625 der Schusswaffen sind auf die knapp 3400 Jäger in Berlin registriert. 45.598 Schusswaffen – das macht bei 3.501.900 Einwohnern in der Hauptstadt 0,013 Waffen pro Person.

Wie viele illegale Schusswaffen in Berlin kursieren, darüber lägen dem Senat keine seriösen Schätzungen vor, erläuterte Henkel. Der Senat sähe in einer zentralen Aufbewahrung der Schusswaffen, zum Beispiel in Schützenhäusern, keinen Sicherheitsgewinn. Kriminelle könnten das als Anreiz sehen, sich so viele Waffen auf einmal zu beschaffen.

Näheres zum Besitz von Waffen regelt das Waffengesetz. „Waffenbesitzer müssen nachweisen, dass sie ihre Waffen und Munition sicher aufbewahren“, heißt es im Merkblatt des Berliner Landeskriminalamts zur Lagerung von Waffen. Die Waffenbehörde sei befugt, heißt es weiter, dies zu kontrollieren, ohne dass – wie bislang – begründete Zweifel an einer sicheren Aufbewahrung bestehen. „Ist unklar, ob ein Behältnis den waffenrechtlichen Vorschriften entspricht, wird die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle zur Prüfung hinzugezogen.“ Das Gesetz sieht aber nicht vor, dass Waffen und Munition getrennt voneinander gelagert werden müssen. Das fordern Kritiker des Waffengesetzes jedoch seit Langem. Es sieht lediglich vor, dass „Dritten“ der Zugriff auf die Waffen nicht möglich sein darf.