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Günter Grass unterstellt Israel „Rassistische Momente“

Günter Grass bekräftigt seine scharfe Kritik an der israelischen Politik.

In der NDR-Radiosendung „Wickerts Bücher“ wandte sich der 84-jährige Schriftsteller am Sonntag zugleich gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Grass sagte, Israel sei eine Atommacht außerhalb jeder Kontrolle und missachte sämtliche Resolutionen der UNO. „Israel ist eine Besatzungsmacht und betreibt seit Jahren Landraub, vertreibt Menschen, sieht sie als Menschen zweiter Klasse an. Da sind rassistische Momente in Israel; das Land hat sich in der Beziehung zum Unguten verändert. Das betrübt mich“, fügte er hinzu. Nach der heftigen Debatte im Frühjahr über sein Gedicht „Was gesagt werden muss“ gab Grass seinen Kritikern in einem Punkt recht: Er hätte seinerzeit deutlicher machen müssen, dass sich seine Kritik gegen die Regierung Netanjahu richte – nicht gegen den Staat Israel.