Gesundheit

Senat: Sodexo darf wieder Essen an Berliner Schulen liefern

Großküchen des Caterer wieder offen – Ursachen für Magen-Darm-Epidemie jedoch weiter unklar

Berliner Schulen, Horte und Kitas können ab der kommenden Woche wieder ihre Verpflegung von der Catering-Firma Sodexo liefern lassen. Der Senat hat seine Empfehlung an die Schulen aufgehoben, auf das Essen des Zulieferers zu verzichten. Die in der vergangenen Woche nach dem Ausbruch der Magen-Darm-Epidemie vorsorglich geschlossenen Großküchen von Sodexo in Berlin wurden am Donnerstag wieder geöffnet. Allerdings ist bis heute unklar, wie es zu dem Krankheitsausbruch kommen konnte. Die Behörden suchen weiterhin nach den Ursachen. Dabei steht nach wie vor die Firma Sodexo im Fokus der Untersuchungen.

„Nach Auffassung der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz besteht für die nächste Woche kein Anlass mehr, von einer Entgegennahme von Essen der Firma Sodexo abzuraten“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Senatsverwaltungen für Bildung und Verbraucherschutz von Donnerstagabend. Am Nachmittag hatte sich die Berliner Verwaltung mit den Behörden anderer von der Epidemie betroffener Länder und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über die Lage verständigt. Die Welle akuter Magen-Darm-Erkrankungen in fünf Bundesländern mit mehr als 10.000 Fällen ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) „der bisher mit Abstand größte bekannte lebensmittelbedingte Ausbruch“ dieser Erkrankung in Deutschland.

Da sich das Geschehen in den letzten Tagen weiter beruhigt habe, rechnet das RKI damit, dass der Ausbruch vorüber ist. Die Zahl der in Berlin gemeldeten Fälle hatte sich auch am Donnerstag mit gut 2700 kaum verändert. Insgesamt sind in der Hauptstadt rund 124 Einrichtungen betroffen, überwiegend Kitas und Schulen. Die Horte und Kindertagesstätten, die derzeit eine Ferienbetreuung anbieten, haben in dieser Woche auf die Verpflegung durch Sodexo verzichtet.

Die Suche nach dem Krankheitserreger verlief auch am Donnerstag negativ. Die Ursache für den überregionalen Krankheitsausbruch habe bislang nicht ermittelt werden können, teilte die Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Sabine Toepfer-Kataw, mit. Zwei Berliner Küchen Sodexos wurden nun aber wieder geöffnet, „nachdem lebensmittelrechtliche Kontrollen keinen Verdacht gegen das Unternehmen ergeben haben“, so Toepfer-Kataw. „Der betroffene Betrieb hat selbst umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um mögliche Krankheitserreger zu ermitteln beziehungsweise zu vernichten.“ Allerdings wurden die Lebensmittelaufsichtsämter in den Bezirken gebeten, in den kommenden Tagen verstärkt Kontrollen bei Sodexo vorzunehmen. Sodexo-Sprecher Stephan Dürholt sagte am Donnerstag: „Unsere Priorität ist die Hilfe bei der Ursachenanalyse. Kinder und Eltern müssen dem Essen vertrauen können, das ist uns wichtig.“ Die Bildungsverwaltung teilte mit, Kitas und Horte würden umgehend über die neuen Empfehlungen informiert. Der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Günter Peiritsch, forderte, zum Ende der Ferien Ende kommender Woche auch eine Verständigung mit den Eltern über die Situation zu finden. „Die Eltern möchten jetzt ein klares Bild über die Versorgungslage an ihrer Schule haben“, sagte Peiritsch. Der Vorfall habe dazu beigetragen, dass vielen Eltern das Thema Schulessen schlagartig präsenter sei. Das werde Dynamik in die Qualitätsdebatte bringen.