Wahlen

Obama gewinnt das Keks-Duell

Gattin des Präsidenten schlägt Anne Romney. Ihr Mann sieht im TV blass aus

Um vernichtenden Bemerkungen von Feministinnen vorzubeugen: Der Backkrieg ist Tradition. Es gibt ihn nun einmal, so wie es in den USA eben Sachen gibt, die uns in Europa fremd sind.

Der Backkrieg geht so: Die First Lady tritt gegen die Frau des Herausforderers an, beide backen – und Gebäckexperten entscheiden dann, wer das besser kann. Gewonnen hat in diesem Jahr Michelle Obama. Ihr schwarz-weißes Schokoladen-Chip-Gebäck lag aber nur hauchdünn vor den M-&-M-Keksen von Ann Romney – 51,5 Prozent gegen 48,5 Prozent. Das TV-Duell ihres Mannes gegen seinen Herausfoderer ging deutlicher aus: Mitt Romney war gar nicht so schlecht, konnte Boden gutmachen, so sehen es die meisten Beobachter, Barack Obama ist blass geblieben, der Funke sprang – anders als bei seinen Reden – nicht über.

Der Backkrieg geht übrigens auf eine sehr selbstbewusste Frau zurück: Hillary Clinton blaffte im Wahlkampf 1978, als ihr Mann Bill Gouverneur von Arkansas werden wollte, auf eine Interview-Frage: Sie wolle lieber ihre eigene Karriere verfolgen, „als daheim zu bleiben und Kekse zu backen“.

Der Aufschrei war groß – und Hillary Clinton musste schließlich im Präsidentschafts-Wahlkampf 1992 an den Herd, zum Backkrieg gegen George Bushs Frau Barbara. Doch falls Hillary Clinton 2016 als Präsidentschafts-Kandidatin der Demokraten antritt, muss erstmals ein Mann backen, ihr Mann, der Ex-Präsident Bill Clinton. Das wiederum dürfte Feministinnen gefallen.