Forschung

Ist Facebook übersinnlich?

Britischer Wissenschaftler will Telepathie im sozialen Netzwerk nachweisen

Der Brite Rupert Sheldrake ist ein Exot. Der studierte Biologe vertritt zum einen Thesen, die gemeinhin dem Reich der Esoterik zugeordnet werden. So glaubt er etwa, dass Tiere und Menschen telepathische Fähigkeiten besitzen. Zum anderen akzeptiert er die strengen Methoden der Wissenschaft. Diese will er einsetzen, um zu beweisen, dass es Telepathie gibt. Bei einem Vortrag in der Berliner Urania kündigte Sheldrake jetzt an, Facebook nutzen zu wollen, um den ultimativen Beweis für das Vorhandensein telepathischer Fähigkeiten zu erbringen.

Funktionieren soll das so: Die über Facebook vernetzten Probanden erhalten immer wieder einmal zu einer vom Computer zufällig ausgewählten Zeit eine Nachricht von einem ihrer Freunde. Bevor die Versuchsperson den Absender erkennen kann, bittet das System zu raten, wer wohl Kontakt aufnimmt. Aus der Zahl der teilnehmenden Freunde und der Trefferquote könne man dann statistisch sauber ermitteln, ob die Probanden signifikant häufiger richtigliegen. Ein ähnliches Experiment mit Telefonanrufen, so Sheldrake, verlief erfolgreich. Versuchsteilnehmer wussten, dass Anrufe von vier ihnen bekannten Personen stammen konnten. Bei zufälligem Tippen würde man hier also eine Trefferquote von 25 Prozent erwarten. Doch die Probanden hätten in 45 Prozent der Fälle richtiggelegen.