Gesundheit

Rauchverbot für den Weihnachtsmann

In der neuen Übersetzung eines alten Gedichts hat „St. Nicholas“ keine Pfeife mehr

Rauchen ist out. Raucher werden diskriminiert, weil sie meist nur noch vor der Tür qualmen dürfen. Für die Nichtraucher ist das angenehm. Nie war es so einfach, nicht zu rauchen, wie heute.

Im deutschen Fernsehen dürfen eigentlich nur noch zwei Menschen rauchen: Altkanzler Helmut Schmidt und Schriftsteller Günter Grass. Doch vielleicht auch nicht mehr lange, denn jetzt geht es sogar einem alten Mann, der noch populärer ist als sie, an den Kragen: Dem Weihnachtsmann wird in der Neuübersetzung eines alten Gedichts die Pfeife weggenommen. Die kanadische Verlegerin Pamela McColl hat eine neue Version des Gedichts „A Visit from St. Nicholas“ herausgegeben. Auf Deutsch heißt das Gedicht, von Clement C. Moore um 1822 verfasst, „Als der Nikolaus kam“. Und in der deutschen Übersetzung von Erich Kästner heißt es: „Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf, und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf.“ Diese Zeilen wurden in der neuen Version einfach gestrichen. Verlegerin Pamela McColl sagt, dass Eltern sich bei ihr gemeldet hätten, deren Kinder sich Sorgen um die Gesundheit des alten Mannes gesorgt hätten. Im Internet kursieren jedoch vor allem kritische Kommentare: Der Weihnachtsmann, so der Tenor, müsse 30 Kilo abnehmen. Übergewicht sei doch auch ungesund. Und Rudolf, sein Rentier, dürfe nicht mehr fliegen – seine rote Nase lasse vermuten, dass es immer betrunken sei.