Diskriminierung

Merkel ermutigt Fußballer zum Outing

Spieler sollten zu ihrer Homosexualität stehen können, sagt die Kanzlerin

Kanzlerin Angela Merkel hat homosexuelle Fußball-Profis zum Outing ermutigt. „Ich bin der Meinung, dass jeder, der die Kraft aufbringt und den Mut hat, wissen sollte, dass er in einem Land lebt, wo er sich eigentlich davor nicht fürchten sollte.“ Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß forderte mehr Sachlichkeit in der Diskussion über Homosexualität. Nur so lasse sich das erste Outing eines schwulen Fußballspielers herbeiführen, erklärte der 60-Jährige am Rande eines Termins im Bundeskanzleramt zum Thema Integration. „Je spektakulärer das Thema als solches gemacht wird, desto schwieriger ist es für die Betroffenen, den Schritt zu machen“, sagte Hoeneß. Die Profiklubs sehe er in der Pflicht, auf ein solches Outing „gut vorbereitet“ zu sein, weil die Reaktion der eigenen Fans und auch solcher von gegnerischen Klubs „total unabsehbar“ sei und bleibe. Er selbst könne mögliche Anfeindungen aber nicht nachvollziehen: „Wir haben einen mit einem Mann verheirateten Außenminister. Im Fußball wird das Thema zu sehr hochgespielt.“

Auslöser der neuerlichen Debatte war ein Interview mit einem Bundesliga-Profi im Jugendmagazin „Fluter“ der Bundeszentrale für politische Bildung, in dem der Fußballer sich unter Zusicherung von Anonymität zu seiner Homosexualität bekannte. Er könne seinen Namen nicht nennen, denn er „wäre nicht mehr sicher, wenn meine Sexualität an die Öffentlichkeit käme“.