Nebeneffekte

EU stoppt Subventionen für Biosprit E10

Im Kampf gegen die Klimakatastrophe macht die EU-Kommission eine Kehrtwende.

Biokraftstoffe wie das in Deutschland verkaufte E10 bekommen ab 2020 keine Subventionen mehr. Der Grund: Die Nebeneffekte beim Anbau von Mais, Zuckerrohr oder Raps, die für die Produktion eingesetzt werden, schaden mehr, als die ökologische Gesamtersparnis einbringt. Für den umstrittenen E10-Treibstoff könnte es das Aus bedeuten. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) lobte die Kehrtwende als einen „richtigen ersten Schritt“.

„Die Kommission ist der Ansicht, dass in der Zeit nach 2020 Biotreibstoffe nur gefördert werden sollen, wenn sie zu einer deutlichen Senkung der Treibhausgase beitragen und nicht aus Getreide hergestellt werden, die für Nahrungs- oder Futtermittel genutzt werden“, heißt es in dem Entwurf. Manchen Kritikern ist er noch nicht ehrgeizig genug. „Es ist eine ziemlich große Veränderung, aber es erreicht nicht das, was es sollte“, sagte etwa Robbie Blake von „Friends of the Earth“. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft kritisierte hingegen, dass die Kommission nur Auflagen für Kraftstoffe aus europäischer Erzeugung plane.

Mittlerweile sind 4,5 Prozent aller in der EU verkauften Treibstoffe Biotreibstoffe. Dieser Anteil sollte sich nach den EU-Plänen bis 2020 auf zehn Prozent mehr als verdoppeln. Die Gesetzesänderung sieht aber jetzt vor, dass das Ziel für den Verkehrsbereich auf fünf Prozent abgesenkt wird. Damit hat der Sektor für Biokraftstoff seine Verpflichtungen so gut wie erfüllt. Stattdessen will Brüssel künftig Treibstoffe aus Algen und Abfallprodukten fördern.