Handel

Kleine Packungen für die große Krise

Konsumgütergiganten wie Unilever stellen sich mit neuen Konzepten auf Armut in Europa ein

- Waschmittel, Kartoffelpüree oder Mayonnaise in Kleinpackungen, Billigmarken für Tee oder Olivenöl - angesichts von Rekord-Arbeitslosenzahlen und nachlassender Kaufkraft in Südeuropa führen Konsumgüterkonzerne wie Unilever in Griechenland und Spanien Minipackungen ein. Als Vorbild dienen dabei die Konsumgewohnheiten in afrikanischen und asiatischen Schwellenländern. "Die Armut kehrt nach Europa zurück", sagte Unilever-Manager Jan Zijderveld der "Financial Times Deutschland". Unilever setzt deshalb stärker auf Minipackungen und neue billige Einsteigermarken, damit das Einkaufsbudget der Konsumenten entlastet wird. Für den Konzern geht die Strategie laut Zijderveld auf, der Absatz steige. "In Indonesien verkaufen wir Shampoo für zwei bis drei Cent und verdienen trotzdem ordentliches Geld", sagte der Unilever-Europa-Chef. "Wir wissen, wie das geht, aber in Europa haben wir es in den Jahren vor der Krise verlernt."

Bislang hatten Konsumgüterunternehmen eher versucht, Wachstum in den reichen westlichen Märkten durch teurere Öko-Produkte oder Premiummarken zu erreichen - um sich von den günstigen Handelsmarken der Discounter abzuheben. Inzwischen aber verkauft Unilever laut Bericht in Spanien sein Waschmittel Surf in Packungen, die lediglich für fünf Waschgänge reichen. In Griechenland bietet der Konzern heute Kartoffelpüree und Mayonnaise in Kleinpackungen an.