Norwegen

Breivik-Bericht: Polizei reagierte zu langsam auf Notrufe

Die norwegische Polizei ist einem unabhängigen Expertenbericht zufolge viel zu spät gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik eingeschritten.

- Eine schnellere Reaktion der Polizei auf der Ferieninsel Utøya sei "eine realistische Möglichkeit" gewesen, heißt es in dem Bericht, den die Kommissionsvorsitzende Alexandra Bech Gjørv am Montag an Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg übergab. Die Verzögerung von zwölf Minuten sei "nicht akzeptabel". Breivik hatte im Juli vergangenen Jahres in Oslo und auf Utøya insgesamt 77 Menschen getötet. Noch in diesem Monat soll das Urteil gegen ihn gesprochen werden. Gjørv sagte, der Bericht zeige "mehrere große Schwächen" in der Reaktion auf die Anschläge auf. So seien etwa die Notrufzentralen überlastet gewesen. Berichte von Augenzeugen, die Breivik nach den Anschlägen im Osloer Regierungsviertel gesehen hatten, wurden nicht an die richtige Stelle weitergeleitet. Wäre das geschehen, hätten seine Bluttaten schon eher gestoppt werden können, heißt es in dem Expertenbericht.