Nahverkehr

Jubiläum ohne Fest

Die Berliner S-Bahn wird heute 88 Jahre alt. Doch feiern will keiner

- Ein 88. Geburtstag, der auch noch auf den 8.8. fällt - ein solches Jubiläum schreit ja geradezu nach einer großen Feier. Doch der Berliner S-Bahn, die am 8. August 1924 erstmals mit einem elektrischen Zug vom Stettiner Bahnhof nach Bernau fuhr, ist derzeit nicht zum Jubeln zumute. Kein Bahnhofsfest, keinen Prominenten-Empfang wird es zum heutigen Jubiläum geben. Nicht einmal die berühmte Panorama-S-Bahn, aus der sich einst die englische Queen Berlin anschaute, wird aus dem Depot rollen. Der Zug ist abgestellt und darf nicht einmal bewegt werden, weil ihm der TÜV fehlt. Denn die S-Bahn hatte in den vergangenen Monaten alle Hände voll zu tun, den Alltagsbetrieb zu bewältigen. Dennoch vergeht kaum ein Tag, an dem keine Ausfälle oder Verspätungen wegen technischer Defekte vermeldet werden müssen. Trotz Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe sind noch immer nicht alle Fahrzeuge einsatzbereit. Zu groß waren die Mängel und Versäumnisse, die in Vergangenheit durch überzogene Renditevorgaben des bundeseigenen Bahn-Konzerns entstanden sind. Immerhin: Am Sonnabend lädt die S-Bahn von 10 bis 18 Uhr zu einem "Tag der offenen Tore" in ihre Werkstatt nach Schöneweide ein. Da gibt es nicht nur einen Überblick über die Vielzahl technischer Probleme, mit der die S-Bahn kämpft. Für fünf Euro kann man im Fahrsimulator mal selbst Lokführer sein und versuchen, den Zug pünktlich durch Berlin zu steuern.