Modegetränk

Ilse Aigner warnt vor Bubble Tea

Ministerin: Modegetränk aus Taiwan ist für Kleinkinder gefährlich

- Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) befürwortet Warnhinweise für Bubble Tea. Denn die süßen Kügelchen im Tee können in die Atemwege von Kleinkindern (bis vier Jahre) gelangen. Das hat eine Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung ergeben, wie das Ministerium mitteilt. Verbände und die Lebensmittelüberwachung sollen die Verkäufer von Bubble Tea jetzt auffordern, auf diese Gefahr hinzuweisen - mit möglichst einheitlichen Warnhinweisen.

Ein Ministeriumssprecher erklärte, das Bundesinstitut komme zu dem Ergebnis, "dass beim Verkauf von Bubble Tea Hinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern erforderlich seien". Ähnlich sieht das auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Kügelchen hätten eine kaugummiartige Konsistenz und ließen sich nicht zerbeißen, sagte Präsident Wolfram Hartmann. "Kleinkinder, die sie über den dicken Strohhalm aufsaugen, können sich daher leicht daran verschlucken." Über die Bronchien in die Lunge gelangt, könnten die Kügelchen eine Lungenentzündung auslösen. Eltern sollten bei Kindern bis vier Jahren die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die auch für den Verzehr von Erdnüssen oder Gummibärchen gelten.

Das Getränk ist angesagt: Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft GfK wurde allein von Januar bis April dieses Jahres mit Bubble Tea ein Umsatz von 4,4 Millionen Euro erzielt. Ursprünglich stammt das Getränk aus Taiwan. Inzwischen saugen auch in Deutschland vor allem Teenager die schwarzen oder bunten Perlen zusammen mit einem Mixgetränk durch einen extradicken Strohhalm. Laut Stiftung Warentest ist Bubble Tea kein natürliches Teegetränk, sondern "ein künstlicher Softdrink mit synthetischen Farbstoffen und Aromen".