Krise

Juncker warnt vor Zusammenbruch der Euro-Zone

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, hat eindringlich vor einem Zerfall der gemeinsamen Währungszone gewarnt.

- "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Die Welt redet darüber, ob es die Euro-Zone in einigen Monaten noch gibt." Die Finanzmärkte hätten die Reformanstrengungen in Spanien und Italien viel zu wenig honoriert. Darauf angesprochen, dass die Euro-Länder auf ihrem Juni-Gipfel beschlossen hätten, notfalls Staatsanleihen durch die Euro-Rettungsfonds aufkaufen zu lassen, und zwar über die Europäische Zentralbank (EZB), sagte Juncker: "Ich habe keine Zweifel, dass wir die Beschlüsse des letzten Gipfels umsetzen."

Mögliche neue Hilfsaktionen der EZB stoßen in Deutschland auf zunehmenden Widerstand. Hessens Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat nun die Bundesregierung aufgefordert, eine Klage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu prüfen. "Die Europäischen Verträge lassen zu, dass ein Mitgliedsstaat die EZB verklagt", sagte Hahn der Berliner Morgenpost. Das 11,5 Milliarden Euro schwere neue Sparprogramm Griechenlands soll nach Informationen aus Regierungskreisen indes größtenteils unter Dach und Fach sein.