Krise

Merkel reagiert gelassen auf Moody's

Ratingagentur senkt Ausblick für Deutschland von "stabil" auf "negativ"

- In der Euro-Schuldenkrise gerät jetzt auch Deutschland unter Druck: Europas größte Volkswirtschaft droht ihr Spitzenrating zu verlieren. Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg von "stabil" auf "negativ". Dies kann der erste Schritt auf dem Weg zu einer Abstufung der Kreditwürdigkeit sein - und damit würden auch die Zinsen für Deutschland steigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte demonstrativ gelassen auf die Zweifel der Ratingagentur. "Die Bundesregierung nimmt das zur Kenntnis. Die Einschätzung betrifft ein Land, von dem man sich Hilfe erhofft", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. "Die Bundeskanzlerin hat mehrfach betont, dass die Kraft Deutschlands nicht unbegrenzt ist."

Als Grund für die aktuelle Überprüfung nannte Moody's die steigende Unsicherheit. Es sei immer wahrscheinlicher, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen müsse. Selbst wenn dies nicht passiere, sei davon auszugehen, dass Spanien und Italien Hilfen brauchten. Im Falle Deutschlands verwies Moody's auch auf die "Verwundbarkeit des Bankensystems". Deutsche Kreditinstitute seien stark in den Problemstaaten engagiert. Unterdessen drückt die Schuldenkrise massiv auf den Gewinn der Deutschen Bank: Nach Steuern verdiente der Branchenprimus im zweiten Quartal nur noch 700 Millionen Euro, nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Institut überraschend mitteilte.