Terror

"Wir werden die Drahtzieher jagen"

Tote Israelis bei Anschlag auf Touristenbus in Bulgarien. Netanjahu kündigt Vergeltung an

- Terror und Tod im bulgarischen Urlaubsparadies Burgas: Bei einem Anschlag auf einen mit israelischen Touristen besetzen Reisebus sind laut Medienberichten mindestens sieben Menschen getötet worden. Von 33 Verletzten war die Rede. Die Mitglieder der israelischen Reisegruppe waren kurz zuvor auf dem Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas gelandet, wie der private Sender bTV weiter berichtete.

Auf Fernsehaufnahmen war das ausgebrannte Wrack zu sehen. Weitere Busse und Autos standen in Flammen. Über dem Parkplatz stieg schwarzer Rauch auf. Am Flughafen von Burgas riegelte die Polizei den Explosionsort ab. Auch der Airport stellte den Betrieb ein, wie der deutsche Betreiber Fraport mitteilte. Die Flüge wurden nach Varna umgeleitet. 30 Busreisende seien in ein Krankenhaus in Burgas gebracht worden, meldete bTV.

Laut israelischen Medien sind einige der Touristen in Panik aus dem brennenden Bus gesprungen. 40 Menschen sollen sich in dem Fahrzeug befunden haben, auch der Busfahrer soll unter den Schwerverletzten sein. "Wir haben uns hingesetzt und nur Sekunden später hörten wir einen lauten Knall und dann rannten wir weg. Wir entkamen durch ein Loch im Bus", berichtete Awiwa Malka vom Ort des Zwischenfalls. Mit den Worten "Der Bus neben uns ist in die Luft geflogen. Schwarzer Rauch stieg auf und die Menschen liefen hysterisch in Richtung Terminal", zitierte die Nachrichtenseite ynet die Israelin Schoschi Eiler. Die Flammen griffen auf zwei weitere Busse über. Das Feuer habe schnell gelöscht werden können, hieß es in bulgarischen Medien.

Nach Angaben des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman sei bei dem Anschlag eine im Fahrzeug versteckte Bombe gezündet worden. Darüber sei er von seinem bulgarischen Kollegen Nikolai Mladenow informiert worden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte sofort den Iran für den Anschlag verantwortlich. "Alle Spuren weisen auf den Iran hin", sagte er nach Medienberichten. In den vergangenen Monaten habe es versuchte Anschläge auf Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia und Zypern gegeben: "18 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Gebäude der israelischen Gemeinde in Argentinien geht der iranische Terror gegen unschuldige Menschen weiter", sagte der Regierungschef. Er sprach von einer "weltweiten iranischen Terrorkampagne". Israel werde darauf hart reagieren. Mit der Anspielung auf Argentinien bezog sich Netanjahu auf einen verheerenden Anschlag auf das Jüdische Zentrum in Buenos Aires, bei dem auch an einem 18. Juli im Jahr 1994 86 Menschen getötet wurden.

Verteidigungsminister Ehud Barak sagte: "Wir verfolgen seit einiger Zeit Absichten von Terrororganisationen - Hisbollah, Hamas, iranischen Elementen und dem Dschihad - Anschläge in aller Welt zu verüben", so Barak. "Wir führen einen langen Kampf gegen sie, es gibt Erfolge und es gibt schwere Tage. Heute ist so ein schwerer Tag." Die israelischen Sicherheitsorgane würden "mit aller Macht vorgehen, um die Attentäter und ihre Drahtzieher zu jagen". Agenten des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad hatten nach ähnlichen Anschlägen mit teilweise spektakulären Aktionen Jagd auf mutmaßliche Attentäter in aller Welt gemacht.

US-Präsident Barack Obama hat den Anschlag als "barbarisches Terror-Attentat" verurteilt. "Solche Anschläge auf Unschuldige, unter ihnen Kinder, sind absolut abscheulich", erklärte Obama am Mittwoch. Der US-Präsident bot Israel Hilfe bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Anschlag an. Diese müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, sagte, es sei unerträglich, dass Menschen in Israel, in ihrer Heimat und im Ausland von Terror bedroht seien. "Hier sind Kräfte am Werk, die einen politischen Aussöhnungsprozess mit menschenverachtender Gewalt verhindern wollen." Die Staatengemeinschaft dürfe nicht zulassen, dass die Terroristen siegten.