Zoo Hannover

Die Affen sind los

In Hannover brechen Primaten aus - und schauen sich ihren Zoo an

- Die Geschichte erinnert an den ausgeflippten King Louis und seine wilden Affen im "Dschungelbuch": Fünf Schimpansen sind im Zoo Hannover aus ihrem Außengehege ausgebüxt und gut eine Stunde im Park herumgelaufen. Die Besucher wurden in sichere Häuser gelotst, Zoo-Mitarbeiter machten sich mit Narkosegewehren, scharfen Waffen und anderen Abwehrmitteln bereit. Schimpansen können nämlich aggressiv werden.

Es kam jedoch nur zu einem kleinen Unglück: Ein fünfjähriges Mädchen wurde von den Affen umgestoßen und musste mit einer Schürfwunde am Kopf ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Augenzeugenberichten sei das kleine Kind von den Tieren nicht angegriffen, sondern überrannt worden, sagte Zoo-Chef Frank Werner. "Es sieht so aus, dass es dem Kind gut geht. Wir sind alle heilfroh, dass es so glimpflich ausgegangen ist."

Doch sonst gestalteten die Tiere ihren Ausflug friedlich. Ein Affe schaute sich in Ruhe die Giraffen an, auch die neue Alaska-Landschaft Yukon Bay und das Tropenhaus wurden von den neugierigen Primaten begutachtet. Schließlich lockte der den Affen vertraute Pfleger sie mit Rufen wieder zu ihrer Anlage.

Für den Zoologen Engel war es kein Wunder, dass die Affen aus freien Stücken zurückkehrten. "Für die Tiere ist es ja wahnsinniger Stress", sagte er. Knapp 2500 Besucher hatten sich zur Ausbruchszeit zwischen 12.30 und 13.40 Uhr im Zoo aufgehalten. Wie die fünf der sieben Schimpansen des Tierparks aus dem Gehege, das ein Graben umgibt, ausbrechen konnten, ist noch unklar.