Märchengestalt

Ade, du schöne Meerjungfrau

Amerikanische Behörde teilt mit, dass die Fabelwesen nicht existieren

- Jedes Kind hat von ihnen gehört, beim Badeurlaub am Meer an sie gedacht und sicher auch von ihnen geträumt: Meerjungfrauen. Allen Vorstellungen gemein ist der fischartige Flossenschwanz, den die Geschöpfe statt Beinen haben - und ihre Schönheit. Egal, ob man sie sich in der bunten Disney-Version oder ganz erhaben als schlichte Skulptur in Kopenhagen vorstellt, die sich auf Hans Christian Andersens Märchen bezieht. Die Fabelwesen haben Jahrhunderte von Volksglauben überdauert, von Homer, der sie in der "Odyssee" beschreibt, bis hin zu einer modernen Fernsehserie für Jugendliche, in der drei junge Mädchen bei Wasserkontakt zu Meerjungfrauen werden.

Doch die Popularität der Märchengestalt hat jetzt dazu geführt, dass von Amts wegen eine Richtigstellung erfolgen musste: Der National Ocean Service der Vereinigten Staaten von Amerika, der immerhin zum Geschäftsbereich des Handelsministeriums der USA gehört, betont: "Kein Beweis für die Existenz von menschlichen Wasserwesen ist jemals gefunden worden."

Der Ocean Service reagiert damit offenbar auf Nachfragen, die im Anschluss an die Sendung "Meerjungfrauen: Der gefundene Körper" im amerikanischen Discovery Channel eingingen. Offenbar hatten Zuschauer die Sendung für eine Dokumentation und nicht für ein Unterhaltungsformat gehalten, berichtet die britische BBC.

Daher die amtliche Ansage: "Wir haben kein Meerjungfrauen-Forschungsprogramm", wie eine Sprecherin des Ocean Service wissen lässt. Aber warum sich Menschen von den alten Griechen über Südostasien bis nach Nordeuropa für die mythischen Wesen interessieren, das weiß das Amt nicht zu beantworten: "Das ist eine Frage, die am besten für Historiker, Philosophen und Anthropologen geeignet ist."