FDP

Rösler rennt

Weil der Fahrer den Führerschein verliert, muss der Minister durch Washington laufen

- Die FDP hat offenbar derzeit alles andere als einen Lauf, wenn es um Transportangelegenheiten geht. Erst lässt sich Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) einen Teppich aus Afghanistan nachschicken und vergisst, diesen zu verzollen. Nun wird auch noch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler unfreiwillig zum Fußgänger. Den Fahrern seiner Delegation wurde in Washington kurzzeitig der Führerschein abgenommen, weil sie vor dem Weißen Haus falsch geparkt hatten.

Der Wirtschaftsminister kam von einem Gespräch mit Gene Sperling, dem Leiter des Nationalen Wirtschaftsrats, und wollte zu seinem nächsten Termin. Er setzte sich in den dafür gemieteten Kleinbus, doch das Fahrzeug blieb stumm. Rösler fragte verwundert, warum es nicht weitergehe. Ein Delegationsmitglied wandte sich an den Fahrer. Der antwortete, die Sicherheitsleute am Amtssitz des Präsidenten hätten ihm und seinen Kollegen die Fahrerlaubnis entzogen, weil die Autos im Halteverbot gestanden hätten. Auch der Hinweis, er transportiere ein Mitglied der deutschen Regierung, stimmte die Leibwache des Präsidenten nicht milde. Die Amerikaner verstehen keinen Spaß, wenn im Regierungsviertel etwas nicht so läuft, wie es das Gesetz vorschreibt. Der deutsche Botschafter Peter Ammon, der zur Delegation gehörte, "legte sich fast mit der Polizei an", um die sofortige Rückgabe des Führerscheins zu erreichen, berichtete Rösler. Ammon habe aber nur zur Antwort erhalten: "Wenn Sie aus Deutschland kommen, müssten Sie ja eigentlich wissen, wie wichtig es ist, die Gesetze zu befolgen." So musste Rösler mit seiner Delegation auf Schusters Rappen weiter ins - allerdings nicht weit entfernte - "Willard Hotel". Die Fahrer bekamen ihre Führerscheine im Laufe des Tages zurück.

( ps )