Bildung

Abiturienten-Rekord in Berlin: Der Doppeljahrgang hat bestanden

17.313 Schüler haben dieses Jahr ihre Prüfung erfolgreich abgelegt - so viele wie nie zuvor

- Mit besonderer Spannung wurden die Abiturergebnisse des doppelten Jahrgangs erwartet. Jetzt ist es amtlich: Die Berliner Abiturienten haben mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,4 abgeschlossen. Damit liegen sie auf dem guten Vorjahresniveau.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn erstmals haben Schüler das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt. Durch die Verkürzung der Schulzeit kam es in diesem Jahr zu dem Ausnahmezustand, dass an den Gymnasien zwei Jahrgänge gleichzeitig ihren Abschluss machten. Insgesamt 17.313 Schüler haben erfolgreich ihr Abitur abgelegt. Einen so starken Jahrgang, der gleichzeitig an die Universitäten und in die Wirtschaft drängt, wird es wohl nie wieder geben.

Dabei hatten vor allem die Jüngeren befürchtet, dass sie möglicherweise im Kampf um die Studienplätze schlechtere Chancen haben könnten. Diese Angst ist, wie sich jetzt zeigt, nicht berechtigt. Beide Jahrgänge schlossen fast gleich ab, die jüngeren waren mit einem Durchschnitt von 2,37 sogar etwas besser als die älteren Schüler mit einem Durchschnitt von 2,42. Insgesamt haben 397 Jugendliche die Traumnote 1,0 oder 1,1 erreicht. Im vergangenen Jahr waren es 263. Auch bei der Quote der Schüler, die das Abitur nicht bestanden haben, gibt es eine deutliche Verbesserung von 4,6 Prozent im letzten Jahr auf 3,7 Prozent in diesem Jahr.

Im Regionalvergleich liegen die Bezirke relativ dicht beieinander. Am besten schnitten die Schüler in Steglitz-Zehlendorf mit 2,32 ab, gefolgt von den Absolventen in Pankow und Marzahn-Hellersdorf, die eine 2,35 erreichen. Nur die Bezirke Spandau und Neukölln haben einen Durchschnitt von 2,5. Die beste Schule ist wie in den vergangenen Jahren das Evangelische Gymnasium Frohnau in Reinickendorf mit einem Durchschnitt von 1,74. Zu den stärksten öffentlichen Gymnasien gehören das Gymnasium Steglitz, das Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow und die Georg-Friedrich-Händel-Oberschule in Friedrichshain-Kreuzberg. An der Spitze der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen stehen die Abiturienten der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf, der Sophie-Scholl-Schule und der Gustav-Heinemann-Schule in Tempelhof-Schöneberg sowie der Nelson-Mandela-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf. Bei den beruflichen Oberstufenzentren lagen die Abiturienten der Max-Taut-Schule in Lichtenberg, der Emil-Fischer-Schule in Reinickendorf und der Staatlichen Ballettschule vorn.

"Ich freue mich über das großartige Ergebnis", sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Der doppelte Jahrgang habe für alle beteiligten große Anstrengungen gefordert. Ralf Treptow, Vorsitzender der Oberstudiendirektoren, ist nicht überrascht von dem guten Abschneiden des doppelten Jahrgangs. "Die Schüler können die Anforderungen des Abiturs in zwölf Jahren gut meistern. Für eine Rolle rückwärts gibt es keinen Grund", sagt Treptow. Wer mehr Zeit benötige, könne das Abitur an der Sekundarschule ablegen. Allerdings würden die Erfahrungen auch zeigen, dass die Schüler es einfacher hätten, wenn sie schon nach der vierten Klasse von der Grundschule ans Gymnasium wechseln könnten. Im Vergleich zu anderen Bundesländern seien die Abiturienten durch die kürzere Zeit am Gymnasium hier im Nachteil, so Treptow.

Der Landeselternausschuss fordert, die Wahlmöglichkeit an den Gymnasien einzuführen, nach zwölf oder 13 Jahren das Abitur zu machen. Die guten Ergebnisse würden nichts über den hohen Preis sagen, den die Schüler zahlten, so Günter Peiritsch, Vorsitzender des Landeselternausschusses.