Auszeichnung

Der Nobel-Preis ist weniger wert

Die Stiftung muss wegen der Krise sparen und kürzt die Preisgelder

- Die Wirtschaftskrise betrifft einfach jeden. Selbst die so hehre Nobel-Stiftung, bei der man an Ehrungen und große Preisgelder denkt, kann sich dem Sog nicht entziehen. Wie die Organisation jetzt bekannt gab, werde man in diesem Jahr das Preisgeld kürzen, und zwar gleich um zwei Millionen. Allerdings Schwedische Kronen, nicht Euro. Statt zehn Millionen Kronen gebe es nur noch acht Millionen, das sind umgerechnet aber immer noch gut 900.000 Euro. Es sei eine "notwendige Maßnahme", um ihren Kapitalstock langfristig zu sichern, teilte die Stiftung mit, welche die legendären Auszeichnungen in Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaft vergibt. Denn die Preisgelder stammen aus diesem Kapitalstock, und den hat der Gründer des Preises, Alfred Nobel, 1895, ein Jahr vor seinem Tod, der Stiftung hinterlassen. Damals betrug das Vermögen 31,2 Millionen Kronen, was heute 1,65 Milliarden Kronen entspräche. 1901 wurden erstmals die Nobelpreise verliehen, die Preisgelder stammen aus den Zinsen.

Und da kommt die Wirtschaftskrise ins Spiel. Denn laut der Stiftung seien die Erträge aus den Investitionen zurückgegangen. Den Preisträgern dürfte das wohl trotzdem nicht viel ausmachen, denn die Ehre zählt bei einem Nobelpreis deutlich mehr als der schnöde Mammon.