Konflikt

Deutschland weist syrischen Botschafter aus

Internationale Gemeinschaft verschärft Sanktionen gegen das Regime von Baschar al-Assad

- Nach dem Massaker an mehr als 100 Zivilisten in Syrien wächst die internationale Empörung über das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Erste UN-Untersuchungen ergaben, dass die meisten Opfer aus unmittelbarer Nähe erschossen worden waren. Aus Protest gegen das Blutbad in Hula wiesen Deutschland und mehrere EU-Staaten die syrischen Botschafter aus, die USA gaben dem syrischen Gesandten 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte: "Wir setzen darauf, dass unsere unmissverständliche Botschaft in Damaskus nicht auf taube Ohren stößt."

Die Europäische Union stellte weitere Sanktionen gegen das Assad-Regime in Aussicht. Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan forderte den syrischen Präsidenten Assad auf, das Blutvergießen in seinem Land unverzüglich zu beenden. Machthaber Assad müsse "jetzt handeln", und die anderen Konfliktparteien müssten "ihren Teil der Arbeit leisten", sagte Annan nach einem Treffen mit Assad.

Der französische Präsident François Hollande schloss einen Militäreinsatz mit UN-Mandat nicht aus. "Es ist an mir und anderen, die Russen und Chinesen zu überzeugen", sagte er am Dienstagabend. Die Zahl der syrischen Flüchtlinge liege bei einer halben Million und habe sich seit Inkrafttreten des Waffenstillstands am 12. April mehr als verdoppelt, teilten die Vereinten Nationen mit.