Wettbewerb

Bitteres Urteil über einen süßen Hasen

Europäische Richter wollen bekannte Süßigkeit von Lindt nicht als Marke schützen

- Er ist niedlich, goldig und süß, wie er so daherkommt, mit seinem roten Glöckchen-Halsband. Doch problemlos ist er nicht, der Schokohase von Lindt. Denn um die goldverpackte Süßigkeit gibt es seit Jahren erbitterte juristische Schlachten. Gerade erst ist wieder eine zu Ende gegangen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg wies am Donnerstag eine Klage des Schweizer Süßwarenherstellers Lindt & Sprüngli ab, der sich das Goldhäschen als europäische Marke schützen lassen wollte.

Trotz roten Bändchens, Glöckchen und goldener Verpackung: Der Lindt-Hase unterscheide sich nicht genügend von ähnlichen Produkten, befanden die Richter (Rechtssache C-98/11 P). Auch das Gemeinschaftsmarkenamt der EU, bei dem Lindt & Sprüngli seinen Goldhasen hatte schützen lassen wollen, hatte den Antrag zurückgewiesen. An Lindt liegt das sicher nicht. Denn die Firma überzieht alle Konkurrenten, die ähnliche Produkte hervorbringen, mit Klagen. Erst im Oktober verlor Lindt ein Verfahren gegen die bayerische Confiserie Riegelein. Deren ebenfalls in Gold gewandete Schokohase sei dem Klassiker zu ähnlich, lautete der Vorwurf. Der Riegelein-Hase aus Bayern ist aber kleiner und trägt nur ein aufgedrucktes braunes Band um den Hals. Keine einfache Entscheidung. Auch der damalige Prozess war für die Richter schwierig, denn sie mussten sich mit unterschlagenem Beweismaterial herumschlagen. Offenbar hatte jemand einen der Akte beigefügten Hasen aufgegessen.