Rauswurf

Fall Röttgen: CDU kritisiert Merkels harte Haltung

Nach dem spektakulären Rauswurf von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) kommt Kritik aus der Union an dem harten Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

- Vor allem Politiker aus dem größten Landesverband Nordrhein-Westfalen, der mit Röttgen als Spitzenkandidat ein Wahlfiasko erlebt hatte, rügten die Entscheidung.

Merkel hatte Röttgen am Mittwoch gefeuert - drei Tage nach dem Absturz der CDU in NRW auf 26,3 Prozent. Es war die erste Ministerentlassung in ihrer siebenjährigen Kanzlerschaft. Als neuer Umweltminister soll nun Unionsfraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) die stockende Energiewende voranbringen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nannte Merkels Entscheidung bedauerlich. "Ich hätte mir eine andere Konstellation gewünscht", sagte er. NRW-CDU-Generalsekretär Oliver Wittke sagte, Röttgen sei "persönlich ohne Fehl und Tadel. Deshalb verwundert uns diese Entlassung schon."

Röttgen hatte sich nach Angaben aus Koalitionskreisen geweigert, freiwillig zu gehen, und wollte nach dem Rücktritt vom CDU-Vorsitz in NRW Bundesminister bleiben. Daraufhin habe die Kanzlerin entschieden, ihn aus dem Kabinett zu entfernen. Am Dienstag und am Mittwoch nach der Kabinettssitzung habe es Gespräche mit Röttgen gegeben.