Außenpolitik

Blinder Bürgerrechtler darf von China in die USA ausreisen

Im diplomatischen Tauziehen um den blinden Dissidenten Chen Guangcheng zeichnet sich zwischen den USA und China eine Einigung ab.

- Das chinesische Außenministerium teilte am Freitag mit, dass Chen sich für ein Studium im Ausland bewerben könne. Gleichzeitig erklärte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland, Chen sei ein Stipendium an einer amerikanischen Universität gewährt worden. Er könne auch seine Familie mitnehmen. Die USA gingen nun davon aus, dass Peking in Kürze die Ausreisegenehmigungen erteilen werde, hieß es weiter. Im Anschluss würden die USA Visa ausstellen.

US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte das Einlenken Pekings im Fall Chen. "Im Lauf des Tages hat es Fortschritte dabei gegeben, ihm die Zukunft zu ermöglichen, die er will", sagte sie.

Chen stand nach einer vierjährigen Haftstrafe seit 2010 unter Hausarrest, aus dem er sich am 22. April in die US-Botschaft in Peking flüchtete. Am Mittwoch verließ der 40-Jährige die Botschaft nach Zusicherungen der chinesischen Behörden, ihm einen sicheren Aufenthaltsort zu gewähren. Seither befindet er sich im Krankenhaus. Der Fall Chen hatte die Beziehungen zwischen China und den USA stark belastet und den in Peking stattfindenden Strategie- und Wirtschaftsdialog beider Länder überschattet. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao forderte Clinton auf, die Unterschiede zwischen beiden Ländern zu respektieren.