USA

Ethikunterricht für Obamas Leibwächter

Secret Service nach Sex-Skandal um Schadensbegrenzung bemüht

- Sie sind die Männer in den dunklen Anzügen, mit Knopf im Ohr und finsteren Mienen. Die Leibwächter des US-Präsidenten, die vom Secret Service gestellt werden, genießen einen Ruf wie Donnerhall, gehört es doch zu ihren Aufgaben, sich im Fall der Fälle schützend vor den mächtigsten Mann der Welt zu werfen.

Um dieses Image der Tadellosigkeit freilich muss der Secret Service gerade heftig ringen, seit sich vor einigen Wochen offenbar zwölf Agenten im Vorfeld eines Staatsbesuchs von Barack Obama im kolumbianischen Cartagena mit einer Prostituierten vergnügten - und anschließend das von der sündhaft teuren Dame verlangte Honorar von offenbar 800 US-Dollar nicht zahlen und sie mit gerade einmal knapp 30 Dollar abspeisen wollten. Mehrere der Agenten wurden inzwischen entlassen oder vom Dienst suspendiert.

Für die verbliebenen Kollegen im Dienste des US-Präsidenten, der am Dienstag überraschend nach Afghanistan reiste, gelten nun verschärfte Verhaltensregeln. Vergangene Woche erließ der Secret Service bereits einen Katalog mit neuen Vorschriften. Darin ist nicht nur festgelegt, wann die harten Jungs künftig Alkohol trinken dürfen. Sondern auch, wer ihre Hotelzimmer auf Auslandsreisen betreten darf: örtliche Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden und Hotelangestellte.

Offenbar traut der Service seinen Beamten aber nicht zu, die neuen Verhaltensregeln auch eigenständig zu memorieren. Denn die Agenten müssen am Ethikunterricht teilnehmen - Schulbank statt Schießstand, sozusagen. Wie der Secret Service mitteilte, sollten an dem besonderen Training nahe Washington noch in dieser Woche 100 Agenten teilnehmen. Ursprünglich war die Teilnahme von nur 20 Agenten geplant. Aber besondere Zeiten erfordern eben besondere Stundenpläne.