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Britische Tradition für zu Hause

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Im Internet werden ausgemusterte rote Telefonzellen verkauft

- Sie sind eckig, rot und weltberühmt. Und in Filmen wie "Local Hero" ist sie sogar der heimliche Star. Die britische Telefonzelle vom Typ K6 ist eine Legende, ähnlich wie die Doppeldeckerbusse und Big Ben, und wird nach anfänglicher Ablehnung wegen der auffälligen Farbe inzwischen von den Briten sehr geliebt. Ebenso wie in Deutschland ist die Zelle allerdings mit der Ausbreitung des Mobilfunks vom Aussterben bedroht. Nur noch 11.000 Stück stehen laut British Telecom im Vereinigten Königreich.

Doch für alle Fans gibt es nun Hoffnung: Sie können sich ein Stück britische Tradition zu Hause aufstellen. Denn British Telecom verkauft derzeit erstmals seit 25 Jahren wieder ausgemusterte Exemplare - restauriert und hergerichtet. Jede ist mit einem Service-Tableau und Licht ausgestattet. Auch andere Konfigurationen sind möglich. Der Einstiegspreis liegt bei 1950 Pfund (2300 Euro), zu dem Preis kommen noch die Mehrwertsteuer und die Transportkosten hinzu. Die dürften übrigens keine Kleinigkeit sein: Das Modell K6, das 1936 zum silbernen Thronjubiläum von König George V. eingeführt worden war, ist 2,40 Meter hoch und wiegt üppige 760 Kilogramm. Dafür gibt es aber auch ein absolutes Unikat. Denn die Produktion wurde bereits 1968 eingestellt. Damals standen noch 70.000 Telefonzellen Marke K6 im ganzen Land.

Eine andere Möglichkeit, sich am Erhalt von K6 zu beteiligen, ist die Adoption. Seit vier Jahren kann man für ein Pfund Pate eines ausgemusterten Häuschens werden. Einzige Bedingung: Man muss sich liebevoll um die Telefonzelle kümmern. Dabei haben sich die Leute inzwischen einiges einfallen lassen: Wo früher telefoniert wurde, gibt es inzwischen Bibliotheken, Infozentren, Kunstgalerien und sogar einen Pub im Mini-Format.

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( dpa/,alu,K6-Shop im Internet,x2connect.com )