Tourismusboom

Kasachstans späte Versöhnung mit "Borat"

Nach jahrelanger Ächtung bedankt sich der Außenminister für den Tourismusboom

- Als Sacha Baron Cohens derbe Filmkomödie "Borat" 2006 in die Kinos kam, war man in Kasachstan wenig erfreut. Kein Wunder. Denn der Titelheld (Foto) ist ein einfältiger Kasache, der mit viel Dreistigkeit versucht, in den USA Fuß zu fassen. Dabei berichtet Borat unter anderem von seiner inzestuösen Familie, stellt "Baywatch"-Star Pamela Anderson nach und propagiert Antisemitismus.

Gleich nach seinem Start wurde der Film in Kasachstan verboten. Als im März bei einem Sportereignis in Kuwait versehentlich eine Persiflage der kasachischen Nationalhymne aus "Borat" abgespielt wurde, reichte Kasachstan eine offizielle Beschwerde ein. Doch jetzt die Kehrtwende. Der Außenminister der früheren Sowjetrepublik, Jerschan Kassychanow, sagte am Montag im Parlament: "Ich bin Borat dankbar, dass er geholfen hat, Touristen nach Kasachstan zu ziehen." Schließlich habe sich seit dem Start des Films die Zahl der Visa-Anträge verzehnfacht. Ein klares Zeichen der Versöhnung also. Eine spät erkannte Win-win-Situation. Oder wie es so schön im Titelzusatz des Films heißt: "Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan".