Meisterschal des BVB

Hochverrat im Bayernland

Der offizielle Meisterschal des BVB wird nahe München produziert

- Maulwürfe mögen sie nicht in Bayern. Den Landwirten verschandeln sie die Wiesen, dem FC Bayern das Betriebsklima. Schon zu Zeiten eines Lothar Matthäus suchte die Vereinsführung das Leck, aus dem Nachrichten aus der Kabine drangen. Und auch jetzt muss sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß auf Spurensuche begeben, weil jemand gepetzt hat, dass Franck Ribéry seinem Kollegen Arjen Robben neulich ein Veilchen verpasst haben soll.

Hochverrat ist das, heißt es intern. Doch das ist nichts gegen jene subversiven Kräfte, die sich ganz in der Nähe angesiedelt haben. Tag und Nacht wird in Germering westlich von München gearbeitet. Textilfabrikant Norbert Metzen produziert dort, und was seine Fabrik verlässt, ist in Bayern ungefähr so gern gesehen wie gepanschtes Weißbier. Der offizielle Meisterschal wird dort gewebt. Wohlgemerkt: Der Meisterschal, nicht der Rekordmeisterschal.

Tatsächlich ist Metzens Belegschaft rund um die Uhr damit beschäftigt, schwarz-gelbe Dortmundschals herzustellen und ins feindliche Ausland, also nach Nordrhein-Westfalen, zu liefern. Er sei zwar eigentlich Aachen-Fan, fände aber auch den BVB gut, sagte Metzen. Ehrenmitglied des FC Bayern wird er so allerdings wohl nicht werden.