Forschung

Sagen Sie laut: Schlüssel!

Alexander Uhl

US-Forscher wollen eine Hilfestellung bei verlegten Gegenständen entdeckt haben

- Das Problem ist alt: Am Abend hat man das Auto irgendwo geparkt, am Morgen sucht man es verzweifelt. Ebenso ist es mit Schlüsseln, Brillen, Portemonnaies, Feuerzeugen und anderen Dingen. Eben noch sorgfältig verstaut, gilt am nächsten Tag das bekannte Prinzip: Ein Griff, und die Sucherei geht los. Doch US-Forscher haben jetzt einen ganz einfachen Trick gefunden, um das Problem zu lösen. Es reiche aus, den Namen des Gegenstands laut auszusprechen. Gary Lupyan und Daniel Swingley haben entdeckt, dass Probanden ihrer Studie ein Objekt unter vielen anderen deutlich schneller fanden, wenn sie den Namen hörten. Das geht in einigen Fällen soweit, dass "unsichtbare" Gegenstände plötzlich "sichtbar" werden, weil Sprache offenbar die Konzentration stärkt. Ihre Entdeckungen haben sie im "Journal of Experimental Psychology" veröffentlicht.

Eine kleine Einschränkung gibt es: Die Forscher sind sich nicht völlig sicher, ob das laute Aussprechen von "Autoschlüssel" tatsächlich die Erinnerung ankurbelt - oder nur dabei hilft, den richtigen Schlüssel in dem Wust anderer Gegenstände zu entdecken. Wer also die Forschungsergebnisse nicht am eigenen Leib überprüfen möchte, sollte sich an den ebenso alten Grundsatz halten: Einen Platz für jedes Ding - und jedes Ding an seinem Platz.