Technik

Schummeln mit dem Smartphone

Studenten trauen geschriebenen Botschaften nicht - aus gutem Grund

- Erstaunlich, wie viele Freunde man hat. Hunderte sind es, mit denen man sich auf Facebook austauschen kann, Hunderte Kontakte horten wir im Handy. Und es werden immer mehr. Überhaupt lebt so manche eingeschlafene Beziehung wieder auf. Schnell mal ein paar Nettigkeiten per Mail austauschen. Es ist so einfach. So unverbindlich. Hier ein Küsschen, dort ein Tschüsschen.

Kein Wunder, dass die getippten Messages vor allem eines hinterlassen: Misstrauen. Das hat jetzt auch eine Reihe von Studien, darunter der University of British Columbia, ergeben. Danach schenken Studenten getippten Mitteilungen weit weniger Vertrauen als Video-Chats oder dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Das ist nicht wirklich überraschend. Schließlich fehlen beim Mail-Kontakt Körpersprache und Tonfall ebenso wie der Blick in die Augen, das Fenster zur Seele.

Bemerkenswert ist allerdings, dass das geringe Vertrauen in die Mail nicht grundsätzlich ein Misstrauen in die moderne Kommunikationstechnik bedeutet. Ganze 95 Prozent der befragten Studenten sind es, die sich von geschriebenen Botschaften mehr betrogen fühlen als von Video-Unterhaltungen. Aber nur 31 Prozent vertrauen dem direkten Gespräch mehr.

Eigentlich ist es ja schön, dass die Studenten so feine Antennen haben. Fragt sich nur, ob das der wirkliche Grund für ihr Misstrauen ist. Denn 35 Prozent der Studienteilnehmer geben zu, dass sie bei Klausuren auf ihre Mobiltelefone zurückgreifen. Sie nutzen sie als digitalen Spickzettel, sie bemühen unterm Tisch die Suchmaschinen, sie machen Fotos von Fragen und senden sie an Experten.

Mehr Vertrauen gibt es bei den Eltern: 76 Prozent gehen davon aus, dass nur die anderen Studenten so schlimme Dinge machen. Gerade mal drei Prozent trauen dem eigenen Sprössling zu, dass er mit dem Smartphone schummelt.