Prozess

Attentäter Breivik beruft sich vor Gericht auf Notwehr

Zum Auftakt des Prozesses um die Anschläge von Oslo und Utoya mit 77 Toten hat der Attentäter Anders Behring Breivik auf "nicht schuldig" plädiert.

- Er habe aus "Notwehr" gehandelt, sagte der 33 Jahre alte Rechtsextremist am Montag vor Gericht - weil er Norwegen vor den Muslimen verteidigen wollte. Wie befürchtet, nutzte er den Prozess zur Selbstinszenierung: Vor laufenden Kameras schlug Breivik sich auf die Brust und reckte dann die geballte rechte Faust in die Höhe. In einem seiner Manifeste hatte er diese Geste als Gruß des Ordens der Tempelritter bezeichnet, dem er angehören will. "Ich erkenne das Gericht nicht an", sagte Breivik zudem.

Der 33-Jährige blieb ohne Regung, als die Staatsanwaltschaft die Namen der Todesopfer verlas. Dagegen wischte er sich Tränen aus den Augen, als ein Kurzfilm gezeigt wurde, den er am Tag der Anschläge im Internet veröffentlicht hatte. Breivik soll ab Dienstag fünf Tage lang das Wort erhalten. Sein Anwalt Geir Lippestad warnte, dass sein Mandant dabei Bedauern darüber äußern wolle, "nicht noch weiter gegangen zu sein".