Sonderbriefmarke

Gedenken in einer Auflage von 5,8 Millionen

Ab heute gibt es die Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag von Axel Springer

- Das Format hätte dem Geehrten möglicherweise nicht ganz so gut gefallen. Genau 34,89 Millimeter im Quadrat misst das "Sonderpostwertzeichen", das ab heute an Axel Springer erinnert, den Vorkämpfer für Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft sowie großen Freund Israels. Als Verleger bevorzugte er andere Formate. Alle Zeitungen seines Unternehmens, darunter auch die Berliner Morgenpost, erscheinen im nordischen Format von 400 mal 570 Millimetern oder aber als Tabloids im halben nordischen Format, mit immer noch 285 mal 400 Millimetern.

Sehr gefallen hätte Springer dagegen gewiss die Auflage, in der die Gedenkbriefmarke erscheint: 5,8 Millionen Stück zu je 55 Cent hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) drucken lassen. In den kommenden Wochen werden also über fünf Millionen Standardbriefe ihre Adressaten mit dem Gesicht des Verlegers auf dem Umschlag erreichen.

Das grobe Raster der Marke, die Nicole Elsenbach und Frank Fienbork entworfen haben, erinnert an die Zeitungen der frühen Fünfzigerjahre. Der schwarze Schriftzug seines Namens und seiner Lebensdaten mit der markanten roten Unterstreichung ist eine Reverenz an Springers wichtigste Innovation: die "Bild", das mit weitem Abstand auflagenstärkste Blatt Deutschlands.

Schäuble, der das Vorstellen von Sonderbriefmarken zu den schönsten Aufgaben seines aufreibenden Amtes zählt, ehrte den Unternehmer und Journalisten bei der Präsentation der Marke mit schlichten Worten: "Axel Springer hat unserem Land viel gegeben", sagte er am Mittwoch.