Frühkritik

Statisch inszenierte "Lulu" am Berliner Schiller-Theater

Eine Massenkarambolage der Liebe, des Begehrens, des Unheils, des Mordens. Das ist Alban Bergs "Lulu". Und das Bühnenbild im Schiller-Theater weist sofort auf das kommende Entsetzen hin. Eine Halde zertrümmerter Autos kastelt das Geschehen ein.

Es tritt annährend auf der Stelle. Es wäre schon angemessen, einen Kompass bei sich zu haben, um durch die statische Inszenierung von Andrea Breth hindurchzufinden. Barenboim zelebriert am Pult Aufmerksamkeit heischend die Partitur. Das Orchester schleppt sich im vorgezeichneten Schritt durch die Akte. Es ist und bleibt stets Berg-hörig. Doch es kommt anscheinend nur mühsam zum Gipfel hinauf. Unglücklicherweise hat sich diese Mühsal auch auf die ganze Sänger-Meute gelegt. Kaum einer versteht zu faszinieren. Erst im letzten Akt wagen die Sänger dagegen anzusingen. Am Schluss eher trauriger Beifall. Morgen mehr.