Alkohol-Test

Bedingt fahrtüchtig

ADAC: Der in Frankreich vorgeschriebene Alkohol-Test ist zu ungenau

- Wohlgemerkt: einen unbenutzten. Ansonsten kassieren die Gendarmen mindestens elf Euro Bußgeld, egal, ob man etwas getrunken hat oder nicht.

Dennoch macht die Maßnahme ja auf den ersten Blick Sinn: Wer sich nicht ganz sicher ist, ob er über den gesetzlich erlaubten 0,5 Promille liegt oder nicht, pustet schnell ins Röhrchen und weiß anhand einer Farbskala, die er mit dem Gerät vergleicht, ob er nicht doch lieber auf ein Taxi oder den abstinenteren Begleiter zurückgreifen sollte.

Theoretisch. Denn der ADAC hat sich die Schnelltests, die es in Apotheken oder im Internet für 1,50 bis 5 Euro gibt, genauer angeschaut und festgestellt, dass sie zu ungenau sind. Bei den getesteten Modellen von französischen und deutschen Herstellern sei der Messwert entweder nur schwer oder gar nicht zu erkennen gewesen. "Sie geben nicht die Sicherheit, die sie eigentlich geben sollten", sagte ADAC-Sprecherin Katharina Bauer.

Bei den zehn Testpersonen zeigten die Geräte meist Werte um 0,5 Promille an - was ja grundsätzlich erlaubt wäre. Nur kamen die professionellen Vergleichsgeräte, die auch die Polizei verwendet, zu ganz anderen Ergebnissen: zu niedrigeren, was gut wäre, aber auch zu deutlich höheren, was im Zweifelsfall in Frankreich extrem teuer werden kann.

"Damit bestätigen die Röhrchen dem Nutzer nur, dass überhaupt Alkohol getrunken wurde", sagte Ulrich May, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. Nur sollte das natürlich jeder selbst wissen - jedenfalls kann man bei Wein- oder Schnapsgenuss fest davon ausgehen. Und für diesen Fall gibt es einen einfacheren Test: in die hohle Hand hauchen und einatmen. Eine Fahne? Auto stehen lassen. Ist die Luft rein: gute Fahrt.