Tarifkonflikt

Ver.di-Streiks lähmen Flugverkehr

Passagiere, die an diesem Dienstag an den Airports in Tegel oder Schönefeld abfliegen oder landen wollen, müssen mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Gewerkschaft Ver.di hat das Bodenpersonal der Firma Globeground an den Berliner Flughäfen zu Warnstreiks von 5.30 Uhr bis 12 Uhr aufgerufen.

Die Tarifverhandlungen bei dem Unternehmen schritten nicht voran, heißt es zur Begründung. Weil Ver.di im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes zudem bundesweit zu Warnstreiks an den Flughäfen aufgerufen hat, drohen massive Ausfälle im gesamten deutschen Luftverkehr.

Am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt/Main sollen ab Dienstagmorgen möglichst keine Maschinen mehr abheben, so Ver.di-Funktionär Gerold Schaub. Nach seinen Angaben werden die Beschäftigten des Flughafenbetreibers Fraport ab der Frühschicht von 5.30 Uhr bis etwa 14.30 Uhr ihre Arbeit bei einem Warnstreik niederlegen. Damit stehen hundert Flüge auf der Kippe.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst treffen auch den Münchner Flughafen: Wie der Airport am Montag mitteilte, musste die Lufthansa 25 Starts und 25 Landungen im innerdeutschen Verkehr streichen. Der Ausstand in München soll um 5.30 Uhr beginnen und um 14 Uhr beendet sein. Die Streiks in Frankfurt und München haben unmittelbare Auswirkungen auch auf Berlin. So teilt die Lufthansa mit, dass sie auf der Strecke Berlin-Frankfurt am Vormittag bis 12 Uhr und auf der Strecke Berlin-München bis 11 Uhr alle Flüge streichen wird. "Betroffen sind rund 4000 Passagiere allein auf diesen Strecken", schätzt Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Stattfinden sollen Inlandsflüge etwa nach Stuttgart, Köln/Bonn, Düsseldorf sowie Nürnberg, und auch Paris werde voraussichtlich regulär angeflogen. Air Berlin meldet die Streichung von acht Flügen auf den Strecken Berlin-Frankfurt, einen Flug nach Palma de Mallorca sowie die Verbindung Palma-Sevilla.

Bereits Anfang März hatte ein Warnstreik zu Flugausfällen und Verspätungen in Tegel und Schönefeld geführt, weil die Globeground-Beschäftigten die Arbeit niedergelegt hatten. 44 Flüge fielen damals aus, viele andere verspäteten sich.

Der Berliner Tarifkonflikt hat mit der bundesweiten Tarifrunde im öffentlichen Dienst inhaltlich aber nichts zu tun, betont Ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger. "Die Tarifverhandlungen zwischen Ver.di und Globeground haben immer noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt, obwohl die Gewerkschaft zu deutlichen Zugeständnissen bereit war", so der Streikleiter. Das vorliegende Angebot des Arbeitgebers sehe lediglich Einkommensverbesserungen für 250 der insgesamt 1500 Beschäftigten der Firma Globeground vor.

Ver.di hat zuletzt vorgeschlagen, dass die vom Arbeitgeber angebotene Erhöhung um durchschnittlich 1,9 Prozent auf die aktuelle Vergütungstabelle aufgeschlagen werde. Außerdem müssten derzeit von der Gehaltsstufenregelung ausgenommene Kollegen wieder einbezogen werden.

Globegorund bietet nach eigenen Angaben zu dem bereits gezahlten Inflationsausgleich von 2,3 Prozent eine Lohnerhöhung von 5 Prozent für die unteren Lohngruppen an. Das Unternehmen ist an den Berliner Flughäfen mit der Passagier- und Gepäckabfertigung betraut.

"Die Verhandlungen zwischen Ver.di und den Arbeitgebern haben zu keinem greifbaren Ergebnis geführt"

Jens Gröger, Ver.di-Streikleiter